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Braunschweig zur Zeit der Wintermesse 1754: Am Collegium Carolinum, der Hohen Schule des Herzogtums, spukt es. Für den Direktor, Abt Johann Friedrich Wilhelm Jerusalem, eine peinliche Angelegenheit,hat sich doch die Institution dem Prinzip des vernünftigen Denkens und Handelns verschrieben. Noch misslicher ist die Lage, weil zugleich der Hauswärter tot aufgefunden wird. Hat das Gespenst ihn ermordet? »Abt Jerusalem und die Hohe Schule des Todes« führt in die Epoche des Rokoko, an die Schwelle des Zeitalters der Aufklärung und zu den Anfängen der Braunschweiger Universität. Die Handlung thematisiert den Widerstreit zwischen Gespensterglauben und rationalem Denken, kreist um Intrigen und Rachegelüste, verknüpft historische Fakten, Geschehnisse und Biografien mit Fiktionalem. |
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| Aus Rezensionen | »Was den Braunschweiger Leser freut: Er erfährt, wie es damals in dieser Stadt so zuging. Der Alltag und die Vergnügungen bei Hofe – das alles wird von der Autorin genüsslich ausgebreitet. [...] Schöne Sprache, kein Leerlauf: Ein toller Braunschweig-Krimi!« »Der Braunschweigkrimi von Isa Schikorsky
bietet ein spannendes Lesevergnügen. Sie schreibt in ungemein farbigen
und lebendigen Bildern. [...] Ein unterhaltsamer, historischer Krimi mit
allem, was das Leserherz begehrt: Liebesleid, Maskenball, Saufgelage,
Mord und Intrige. Die Autorin [...] vermittelt nebenbei auf spielerische
Weise literaturgeschichtliche und historische Kenntnisse. Echte Braunschweiger
und Krimifreunde aller Orten werden ihren Spaß an der schaurig-schönen
Geisterstunde in Braunschweig haben!« »... ein spannendes kleines Buch, das beste Unterhaltung bietet. Auf rund 230 Seiten ist der Kriminalfall ohne nennenswerte Längen in einer lebendigen Sprache erzählt und gelöst.« (Thorsten Sauer, Krimi-Couch, Februar 2010. Gesamte Rezension hier ...) »Anschaulich schildert die Autorin in ihrem historischen Krimi Charaktere und Örtlichkeiten. Irreführende vermeintliche Beweise und eine Anzahl Verdächtige sorgen für den Erhalt der Spannung. Unterhaltsame Lektüre für viele Bibliotheken.« (Sigrid Hamann, ekz 49/09) |
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Leseprobe |
Bis zum Carolinum waren es nur wenige Schritte. Hofmeister Zachariä marschierte mit der Laterne vorweg, Fritz und fünf seiner Kommilitonen folgten nach. Der Nachtwächter ließ sie passieren. Durch die Vorhalle und den Flur vor den Auditorien erreichten sie den Laubengang, der zu den Stuben im hinteren Trakt führte. Plötzlich schrie Zachariä auf. Er blieb so unvermittelt stehen, dass Fritz beinahe gegen seinen Rücken geprallt wäre. Fritz machte einen Schritt zur Seite und dann sah auch er, was der Hofmeister gesehen hatte: Am Ende des Hofes stand eine Gestalt. Der grüne Schlafrock, die weiße Gesichtslarve und die weiße Nachtmütze leuchteten im Schein der Fackel, die die Gestalt in der Hand hielt. Fritz spürte, wie sich die Härchen an seinen Armen aufstellten, ein Eisschauer raste sein Rückgrat hinunter. Er spürte den schnellen Atem der anderen im Nacken, doch als er sich umdrehte, waren sie schon in den Laubengang zurückgewichen, wo sie sich eng aneinanderdrängten und starrten. Zachariä hatte sich inzwischen darauf besonnen, dass er die jungen Herren beschützen sollte. Er riss die Laterne hoch und trabte zögernd los. Doch die Gestalt war fort. Nur die Fackel flackerte im Schnee weiter. |
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| Fotos: Literarischer Spaziergang zu den Schauplätzen des Krimis während des Braunschweiger Krimifestivals 2009 (oben). Lesung in der Universitätsbibliothek der TU während des Braunschweiger Krimifestivals 2009 (unten, © Zanger-Spinn, Buchhandlung Graff) |