Inhalt

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Schreibtipps für Erzähltexte
1. Der Stoff, aus dem Geschichten werden
2. Das Geheimnis des Spannungsbogens
3. Die Bedeutung des Wo und Wann
4. Wer erzählt Ihre Geschichte?
5. Tipps für Kurzgeschichten
6. Mit allen Sinnen schreiben
7. Spannende Dialoge
8. Namenlose Helden?
9. Die Tücken des Vornamens
10. Passende Nachnamen suchen
11. Adjektive: Schmuck oder Ballast?
12. Streichen ohne Verlust: Korrekturen mit Word
Erste Schritte auf dem Literaturmarkt
13. Teilnahme an Wettbewerben
14. Lesefutter für Brötchenkäufer
15. Vor- und Nachteile von Anthologien
16. Feine Auftritte für Erzähltexte
17. Auf zur Buchmesse?
18. Klagenfurt oder Vom Umgang mit Kritik
19. Testleser und Textberatung
Professionell in Formfragen
20. Ein perfektes Manuskript
21. Was ist eine Normseite?
22. Gänsefüßchen & Co.
23. Gedankenstrich und Bindestrich
24. Über den Unsinn des Blocksatzes
25. Muss ein Autor richtig schreiben?
26. Abkürzungen und Zahlen
Aspekte der Verlagssuche
27. Was schreiben Sie?
28. Verkauft sich das?
29. Marketinginstrument Buchtitel
30. Von fairen und unfairen Verlagen
31. Publizieren nach Plan B
32. Suchen Verlage Romane im Netz?
33. Verlagssuche auf der Buchmesse
34. Die Bewerbung beim Verlag
Literatur zum Schreiben und Veröffentlichen
35. Basics für angehende Autoren (Gesing)
36. Kann man Schreiben lernen? (Haslinger/Treichel)
37. Durch die „Wildnis der deutschen Sprache“ (Sick)
38. Bestsellerautoren als Schreiblehrer (George, King, Vargas Llosa)
39. Handbücher für Schriftsteller (Uschtrin/Küsper, Tieger/Plinke)
40. Auf der Suche nach Synonymen (Dornseiff)
41. Für Schreibschwung und den kreativen Kick (Zopfi)
42. Romane aus der Welt der Literatur (Ortheil, Modick, Haas)
43. Auch Schriftsteller sind Menschen (Essig)
44. Büchergeburten (Groothuis, Sulzenbacher)
45. Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Roentgen)
46. Den Buchmarkt verstehen lernen (Schütz)
47. Über den Sinn des Schreibens (Frisch)
48. Ein Werkzeugkasten für Autoren (Clark)
49. Konflikt, Konflikt, Konflikt! (Kellermann)
50. Besser nicht: Ein Anti-Literaturtipp
Literaturverzeichnis; Empfehlenswerte Internetseiten |
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ein feines, kleines und nützliches Buch für Prosa-Autorinnen
und -Autoren. Isa Schikorsky, die als Autorin und freie Lektorin arbeitet,
schreibt wunderbar verständlich, und da bei 50 Tipps auf 132 Seiten
einige Themen nicht länger als eine Seite behandelt werden, gibt
die Autorin wertvolle und hilfreiche Literaturhinweise zum Weiterlesen
– oder rät, wenn es angebracht ist, auch von zweifelhafter
Ratgeberliteratur ab.« (Wolfgang Tischer, Literaturcafé;
ganze
Rezension ...)
»So schlicht auf den Punkt gebracht hat alles, was der Autor wissen
muss, noch keiner.« (Nessa Altura, Autorenexpress; ganze
Rezension ...)
»Insgesamt ein rundum gelungenes Buch, das [...] eine wahre Fundgrube
an Wissen für uns Schreibende bereithält.« (Peter Hellinger,
www.helli.de; ganze
Rezension ...)
»Wertvolles Tipp-Nähkästchen: Wer sich [...] Schikorskys
Empfehlungen zu Herzen nimmt, kann typische Anfängerfehler vermeiden.«
(Ina Schlegel, TextArt 2/2010, S. 56)
»Die Tipps selbst sind recht kurz formuliert, in der Regel zwei
bis drei Seiten. Zudem lesen sie sich erstaunlich gut. Teilweise hat man
Probleme, das Buch aus der Hand zu legen, bei einem Ratgeber nicht unbedingt
eine Gegebenheit. [...] Da Isa Schikorsky [...] keinen Platz verschwendet,
erfreulich schnell zum Punkt kommt und wirklich viele praktische Problemlösungen
anspricht und mit einfachen Lösungsansätzen oder Hilfestellungen
versieht, ist das Buch wirklich für alle zu empfehlen, die gerne
schreiben und noch nicht im sicheren Verlagshafen angekommen sind.«
(Susanne Fischer, Media-Mania; ganze
Rezension ...)
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11.
Adjektive: Schmuck oder Ballast?
Schmückende Beiwörter, so hießen die Adjektive damals
im Aufsatzunterricht, und damit ist ihre vornehmste Aufgabe beschrieben:
Substantive aufzurüschen. Vor allem wenig erfahrene Autoren neigen
dazu, ihre Texte nach dem Motto „Viel hilft viel“ großzügig
auszuschmücken und jedem Substantiv mindestens ein Adjektiv voranzustellen,
um so vermeintlich die literarische Qualität zu steigern. Schwer
einzusehen, warum Stilratgeber vor diesen Preziosen warnen: „Häufen
Sie nicht die Eigenschaftswörter“ (Ludwig Reiners) oder „Weg
mit den Adjektiven“ (Wolf Schneider). Nun, zum einen blähen
sie einen Text auf, machen ihn lang, zuweilen langatmig. Schwerer noch
wiegt, dass sie so bequem sind, weshalb der eilige Autor sie schätzt.
Schreiben ist anstrengend genug. Warum soll man sich damit aufhalten,
viele Sätze über das Kleid der Hauptfigur zu vergeuden, wenn
man doch ganz einfach schreiben kann: „Sie trug ein wunderschönes
Kleid.“ Dann weiß doch jeder, was gemeint ist. Wirklich? Eben
nicht. Wie sieht ein wunderschönes Kleid aus? Das ist eine Geschmacksfrage,
auf die es zahllose Antworten geben kann: Ist es ein langes Abendkleid
aus Samt; ein Etuikleid, das jede Körperlinie betont; ein Kleid aus
Rüschen und Spitzen; ein streng geschnittenes Designerkleid? Manchmal
argumentieren Autoren, sie hätten das bewusst offengelassen, so könne
jeder Leser seine eigenen Vorstellungen von dem Kleid entwickeln. Wenn
das so ist, ist das Aussehen des Kleides beliebig, und dann ist es überflüssig,
es überhaupt zu erwähnen. Ein Weiteres kommt hinzu: Mit Werturteilen
behauptet der Autor Dinge. Ich als Leser möchte mir aber selbst ein
Urteil über das Kleid bilden. Und dazu muss der Autor es mir zeigen!
Ein erstaunliches Phänomen ist für mich die Fehleinschätzung
des eigenen Adjektivgebrauchs. Wer mich kennt, weiß, dass ich gern
und oft Mäßigung predige. Und dann spüre ich in meinen
Texten selbst bei der dritten Überarbeitung noch zahlreiche überflüssige
Kandidaten auf. Wie schätzen Sie sich ein? Machen Sie den Adjektiv-Check
(nach Andreas Eschbach). Nehmen Sie sich einen Text oder einen Textausschnitt
von etwa drei Seiten. Markieren Sie alle Adjektive, und zwar ganz mechanisch,
ohne darüber nachzudenken, welche nötig sind. Sehen Sie sich
das Ergebnis an: Stimmt es mit Ihrer Selbsteinschätzung überein?
Oder sind auch Sie von der Fülle überrascht? Betrachten Sie
jetzt jedes Adjektiv für sich und entscheiden Sie, ob Sie es wirklich
brauchen. Versuchen Sie etwa ein Viertel bis die Hälfte zu streichen.
Berücksichtigen Sie folgende Kriterien: Verzichten sollten Sie auf
Pleonasmen wie „schwarzer Rabe“ oder „lautes Getöse“
und Ergänzungen, die Selbstverständliches wiederholen: „Sie
lächelte glücklich.“ Vorsicht geboten ist bei stereotypen
Kombinationen, die sich durch millionenfachen Gebrauch verschlissen haben:
die „linden Lüfte“, der „plätschernde Bach“,
das „liebende Herz“. Suchen Sie nach neuen, unverbrauchten
Wörtern, wenn Sie nicht auf ein Attribut verzichten wollen. In anderen
Fällen ist vielleicht ein Substantiv oder ein Verb aussagestärker
und konkreter: statt „schlechter Handwerker“ besser „Stümper“,
statt „leise reden“ eher „flüstern“. Das
„kindliche Spiel“ lässt sich in „Kinderspiel“
verwandeln, „der schöne Mann“ in einen „Schönling“.
Wenn es um Unterscheidung geht („der große Mann dort“,
„die alte Frau“, nicht die junge), um Abgrenzung („sie
zog das rote Kleid an“, nicht das grüne), Modifikation („Sie
lächelte traurig“) oder eine besondere Qualität („das
zerknitterte Kleid“), erfüllen Adjektive wichtige und teilweise
unersetzliche Funktionen. Und schließlich gibt es Adjektive, die
eine spezielle Stimmung erzeugen, vor allem in der Lyrik („ein knöchern
Grauen“, „vergilbter Glanz“, Trakl). Bei ihrer Verwendung
empfiehlt es sich, nach dem Motto „Weniger ist mehr“ zu verfahren.
Noch mehr Erkenntnis bringt folgende Methode: Streichen Sie aus einem
Text alle Adjektive, am besten mithilfe der Word-Funktion "Änderungen
nachverfolgen". Drucken Sie den Text aus und vergleichen Sie ihn
mit der Ursprungsfassung. Lesen Sie sich beide Versionen laut vor. Achten
Sie auf die Unterschiede in Rhythmus und Tempo. Fügen Sie dann wieder
die Adjektive ein, die notwendig sind. Es sollten deutlich weniger sein
als zuvor.
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