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Sachbücher

Aus dem Lektorat
50 Tipps zum Schreiben und Veröffentlichen
Norderstedt: BoD 2009, 132 Seiten, 10 Euro (E-Book 7,99 Euro)

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Inhalt Rezensionen Leseprobe

   

Aus Rezensionen

 

»... ein feines, kleines und nützliches Buch für Prosa-Autorinnen und -Autoren. Isa Schikorsky, die als Autorin und freie Lektorin arbeitet, schreibt wunderbar verständlich, und da bei 50 Tipps auf 132 Seiten einige Themen nicht länger als eine Seite behandelt werden, gibt die Autorin wertvolle und hilfreiche Literaturhinweise zum Weiterlesen – oder rät, wenn es angebracht ist, auch von zweifelhafter Ratgeberliteratur ab.« (Wolfgang Tischer, Literaturcafé; ganze Rezension ...)

»So schlicht auf den Punkt gebracht hat alles, was der Autor wissen muss, noch keiner.« (Nessa Altura, Autorenexpress; ganze Rezension ...)

»Insgesamt ein rundum gelungenes Buch, das [...] eine wahre Fundgrube an Wissen für uns Schreibende bereithält.« (Peter Hellinger, www.helli.de; ganze Rezension ...)

»Wertvolles Tipp-Nähkästchen: Wer sich [...] Schikorskys Empfehlungen zu Herzen nimmt, kann typische Anfängerfehler vermeiden.« (Ina Schlegel, TextArt 2/2010, S. 56)

»Die Tipps selbst sind recht kurz formuliert, in der Regel zwei bis drei Seiten. Zudem lesen sie sich erstaunlich gut. Teilweise hat man Probleme, das Buch aus der Hand zu legen, bei einem Ratgeber nicht unbedingt eine Gegebenheit. [...] Da Isa Schikorsky [...] keinen Platz verschwendet, erfreulich schnell zum Punkt kommt und wirklich viele praktische Problemlösungen anspricht und mit einfachen Lösungsansätzen oder Hilfestellungen versieht, ist das Buch wirklich für alle zu empfehlen, die gerne schreiben und noch nicht im sicheren Verlagshafen angekommen sind.« (Susanne Fischer, Media-Mania; ganze Rezension ...)

   
Inhalt

Schreibtipps für Erzähltexte
1. Der Stoff, aus dem Geschichten werden
2. Das Geheimnis des Spannungsbogens
3. Die Bedeutung des Wo und Wann
4. Wer erzählt Ihre Geschichte?
5. Tipps für Kurzgeschichten
6. Mit allen Sinnen schreiben
7. Spannende Dialoge
8. Namenlose Helden?
9. Die Tücken des Vornamens
10. Passende Nachnamen suchen
11. Adjektive: Schmuck oder Ballast?
12. Streichen ohne Verlust: Korrekturen mit Word

Erste Schritte auf dem Literaturmarkt
13. Teilnahme an Wettbewerben
14. Lesefutter für Brötchenkäufer
15. Vor- und Nachteile von Anthologien
16. Feine Auftritte für Erzähltexte
17. Auf zur Buchmesse?
18. Klagenfurt oder Vom Umgang mit Kritik
19. Testleser und Textberatung

Professionell in Formfragen
20. Ein perfektes Manuskript
21. Was ist eine Normseite?
22. Gänsefüßchen & Co.
23. Gedankenstrich und Bindestrich
24. Über den Unsinn des Blocksatzes
25. Muss ein Autor richtig schreiben?
26. Abkürzungen und Zahlen

Aspekte der Verlagssuche
27. Was schreiben Sie?
28. Verkauft sich das?
29. Marketinginstrument Buchtitel
30. Von fairen und unfairen Verlagen
31. Publizieren nach Plan B
32. Suchen Verlage Romane im Netz?
33. Verlagssuche auf der Buchmesse
34. Die Bewerbung beim Verlag

Literatur zum Schreiben und Veröffentlichen
35. Basics für angehende Autoren (Gesing)
36. Kann man Schreiben lernen? (Haslinger/Treichel)
37. Durch die „Wildnis der deutschen Sprache“ (Sick)
38. Bestsellerautoren als Schreiblehrer (George, King, Vargas Llosa)
39. Handbücher für Schriftsteller (Uschtrin/Küsper, Tieger/Plinke)
40. Auf der Suche nach Synonymen (Dornseiff)
41. Für Schreibschwung und den kreativen Kick (Zopfi)
42. Romane aus der Welt der Literatur (Ortheil, Modick, Haas)
43. Auch Schriftsteller sind Menschen (Essig)
44. Büchergeburten (Groothuis, Sulzenbacher)
45. Nicht jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Roentgen)
46. Den Buchmarkt verstehen lernen (Schütz)
47. Über den Sinn des Schreibens (Frisch)
48. Ein Werkzeugkasten für Autoren (Clark)
49. Konflikt, Konflikt, Konflikt! (Kellermann)
50. Besser nicht: Ein Anti-Literaturtipp

Literaturverzeichnis; Empfehlenswerte Internetseiten

   
Leseprobe

11. Adjektive: Schmuck oder Ballast?

Schmückende Beiwörter, so hießen die Adjektive damals im Aufsatzunterricht, und damit ist ihre vornehmste Aufgabe beschrieben: Substantive aufzurüschen. Vor allem wenig erfahrene Autoren neigen dazu, ihre Texte nach dem Motto „Viel hilft viel“ großzügig auszuschmücken und jedem Substantiv mindestens ein Adjektiv voranzustellen, um so vermeintlich die literarische Qualität zu steigern. Schwer einzusehen, warum Stilratgeber vor diesen Preziosen warnen: „Häufen Sie nicht die Eigenschaftswörter“ (Ludwig Reiners) oder „Weg mit den Adjektiven“ (Wolf Schneider). Nun, zum einen blähen sie einen Text auf, machen ihn lang, zuweilen langatmig. Schwerer noch wiegt, dass sie so bequem sind, weshalb der eilige Autor sie schätzt. Schreiben ist anstrengend genug. Warum soll man sich damit aufhalten, viele Sätze über das Kleid der Hauptfigur zu vergeuden, wenn man doch ganz einfach schreiben kann: „Sie trug ein wunderschönes Kleid.“ Dann weiß doch jeder, was gemeint ist. Wirklich? Eben nicht. Wie sieht ein wunderschönes Kleid aus? Das ist eine Geschmacksfrage, auf die es zahllose Antworten geben kann: Ist es ein langes Abendkleid aus Samt; ein Etuikleid, das jede Körperlinie betont; ein Kleid aus Rüschen und Spitzen; ein streng geschnittenes Designerkleid? Manchmal argumentieren Autoren, sie hätten das bewusst offengelassen, so könne jeder Leser seine eigenen Vorstellungen von dem Kleid entwickeln. Wenn das so ist, ist das Aussehen des Kleides beliebig, und dann ist es überflüssig, es überhaupt zu erwähnen. Ein Weiteres kommt hinzu: Mit Werturteilen behauptet der Autor Dinge. Ich als Leser möchte mir aber selbst ein Urteil über das Kleid bilden. Und dazu muss der Autor es mir zeigen!
Ein erstaunliches Phänomen ist für mich die Fehleinschätzung des eigenen Adjektivgebrauchs. Wer mich kennt, weiß, dass ich gern und oft Mäßigung predige. Und dann spüre ich in meinen Texten selbst bei der dritten Überarbeitung noch zahlreiche überflüssige Kandidaten auf. Wie schätzen Sie sich ein? Machen Sie den Adjektiv-Check (nach Andreas Eschbach). Nehmen Sie sich einen Text oder einen Textausschnitt von etwa drei Seiten. Markieren Sie alle Adjektive, und zwar ganz mechanisch, ohne darüber nachzudenken, welche nötig sind. Sehen Sie sich das Ergebnis an: Stimmt es mit Ihrer Selbsteinschätzung überein? Oder sind auch Sie von der Fülle überrascht? Betrachten Sie jetzt jedes Adjektiv für sich und entscheiden Sie, ob Sie es wirklich brauchen. Versuchen Sie etwa ein Viertel bis die Hälfte zu streichen. Berücksichtigen Sie folgende Kriterien: Verzichten sollten Sie auf Pleonasmen wie „schwarzer Rabe“ oder „lautes Getöse“ und Ergänzungen, die Selbstverständliches wiederholen: „Sie lächelte glücklich.“ Vorsicht geboten ist bei stereotypen Kombinationen, die sich durch millionenfachen Gebrauch verschlissen haben: die „linden Lüfte“, der „plätschernde Bach“, das „liebende Herz“. Suchen Sie nach neuen, unverbrauchten Wörtern, wenn Sie nicht auf ein Attribut verzichten wollen. In anderen Fällen ist vielleicht ein Substantiv oder ein Verb aussagestärker und konkreter: statt „schlechter Handwerker“ besser „Stümper“, statt „leise reden“ eher „flüstern“. Das „kindliche Spiel“ lässt sich in „Kinderspiel“ verwandeln, „der schöne Mann“ in einen „Schönling“.
Wenn es um Unterscheidung geht („der große Mann dort“, „die alte Frau“, nicht die junge), um Abgrenzung („sie zog das rote Kleid an“, nicht das grüne), Modifikation („Sie lächelte traurig“) oder eine besondere Qualität („das zerknitterte Kleid“), erfüllen Adjektive wichtige und teilweise unersetzliche Funktionen. Und schließlich gibt es Adjektive, die eine spezielle Stimmung erzeugen, vor allem in der Lyrik („ein knöchern Grauen“, „vergilbter Glanz“, Trakl). Bei ihrer Verwendung empfiehlt es sich, nach dem Motto „Weniger ist mehr“ zu verfahren.
Noch mehr Erkenntnis bringt folgende Methode: Streichen Sie aus einem Text alle Adjektive, am besten mithilfe der Word-Funktion "Änderungen nachverfolgen". Drucken Sie den Text aus und vergleichen Sie ihn mit der Ursprungsfassung. Lesen Sie sich beide Versionen laut vor. Achten Sie auf die Unterschiede in Rhythmus und Tempo. Fügen Sie dann wieder die Adjektive ein, die notwendig sind. Es sollten deutlich weniger sein als zuvor.
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