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Sachbücher

Kreativ unterwegs
Schöne Orte zum Schreiben und Literaturerleben
Norderstedt: BoD 2013, 92 Seiten, 20 Abb., 9,50 Euro

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Inhalt Leseprobe

   

Für alle, die gern Erzählungen, Gedichte, Romane oder Szenen schreiben. Für alle, denen es im Alltag schwerfällt, kreativ zu sein, denen es an Zeit und Muße mangelt. »Kreativ unterwegs« lädt Sie ein, Orte in Deutschland kennenzulernen, die zum Schreiben anregen und Literatur erlebbar machen. Reisen Sie in Ihrer Fantasie oder packen Sie tatsächlich die Koffer. Reisen Sie allein, zu zweit oder in der Gruppe. Alles, was Sie außer Ihren Schreibutensilien brauchen, finden Sie in diesem Buch.
Zu jedem Ort gibt es eine Übernachtungsempfehlung, zwei Schreibanregungen, Hinweise zur Anreise, Lektüretipps und Vorschläge für weitere Erkundungen, bevorzugt natürlich für solche mit literarischem Anspruch.

   
Inhalt

Schreiben und Literatur erleben in Köln – Mit Sprache malen in Worpswede – Krimis erfinden und schreiben in Hillesheim – Schreibzeit am Meer genießen auf Rügen –Poetisches Schreiben in Meersburg – Über das Reisen schreiben in Bremerhaven –Schreiben und Rheinromantik erleben in Sankt Goar – Für Kinder schreiben in Kästners Dresden – Dem Leben auf der Spur an der Ahr – Schreiben im Gartenreich von Wörlitz – Schreiben zur Entspannung in Bad Driburg – Im Rheingau schreiben und Literatur erleben – Schreiben auf Fontanes Spuren in der Mark – Literarische Arbeitsweisen erkunden in Marbach – Herbstimpressionen sammeln im Sauerland – Poesie der Farben: Schreiben im Blauen Land – Schreiben und Schriftsteller in Weimar – Sagen, Mythen, Fantastik: Schreiben im Harz – Über Liebe schreiben in Rheinsberg – Historisch schreiben in Braunschweig

   

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Historisch schreiben in Braunschweig

Genau betrachtet ist jeder realistische Erzähltext ein historischer – so erklärt sich auch die doppelte Bedeutung des Begriffs »Geschichte«. Eine Geschichte schildert ein Geschehen, das zeitlich vor dem Aufschreiben oder Erzählen passiert ist. Entscheidend ist die Distanz zur Gegenwart: Fand das Ereignis ein paar Tage oder Jahre vorher statt oder ein paar Jahrhunderte? Historische Erzählungen und Romane spielen üblicherweise in Epochen, die der Autor nicht aus eigenem Erleben kennt. Gerade das macht den besonderen Reiz dieser Gattung aus. Sie tauchen ein in ein anderes Zeitalter, sind fasziniert vom Fremden und finden auch Vertrautes. Die Stadt Heinrichs des Löwen bietet dazu ein ausgesprochen anregendes Umfeld.

Wo Sie übernachten können

Das Hotel Deutsches Haus liegt am Burgplatz im historischen Zentrum der Stadt. Es wurde als Gästehaus der Braunschweiger Herzöge im Gründerzeitstil mit Erkern und spitzen Türmchen erbaut. Noch heute zeugen der imposante Treppenaufgang, Marmorsäulen, Stuck und Balustraden vom repräsentativen Charakter des Hotels. Die Zimmer (Bad/Dusche, WC, Föhn, Telefon, TV, WLAN) sind behaglich eingerichtet. Das plüschig-elegante Restaurant »Al Duomo« bietet italienische Küche. Von der Terrasse haben Sie einen prachtvollen Blick auf das historische Gebäudeensemble, das den Burgplatz rahmt, und die Bronzeplastik des Löwen. Wer Braunschweiger Spezialitäten wie Sauerfleisch, Spargel und Braunkohl probieren möchte, muss nur um die Ecke zu »Mutter Habenicht« gehen.
Hotel Deutsches Haus, Ruhfäutchenplatz 1, 38100 Braunschweig
Telefon (0531) 12000, www.deutscheshaus24

Wie Sie hinkommen

Braunschweig liegt knapp 70 Kilometer östlich von Hannover an der Strecke nach Berlin. Sie erreichen die Stadt problemlos mit dem Pkw auf der A 2 oder der A 7 (von Kassel) oder per Bahn mit IC bzw. ICE. Der nächste Flughafen ist Hannover.

Wie Sie sich zum Schreiben anregen lassen können

Zeitenwechsel
Wie wäre es, wenn Sie plötzlich ins Mittelalter, die Barockzeit oder die Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts zurückversetzt würden? An welchem Ort kommen Sie an? Vor welchen Problemen stehen Sie? Wie würden Sie in der Epoche leben? Welchen Beruf hätten Sie dort? Was gefällt Ihnen? Oder wollen Sie schnell wieder zurück in Ihr altes Leben? Und wenn ja, wie kann das gelingen? Auch der umgekehrte Weg ist möglich. Wie ergeht es einem Ritter oder einer Dienstmagd, die aus dem Mittelalter plötzlich in der Gegenwart landen? Mit welchen Tücken haben die zu kämpfen? Worüber staunen sie? Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf. Tragen Sie zunächst alle Ideen und Vorstellungen zusammen, ohne auf historische Genauigkeit zu achten. Das Ergebnis wird Sie sicher überraschen.

Geschichten hinter den Dingen
Städtisches Museum, Landes- und Schlossmuseum geben vielfältige Einblicke in das historische Hof-, Wirtschafts- und Alltagsleben Braunschweigs. Neben Bildern und Schriftdokumenten werden Gebrauchs- und Repräsentationsgegenstände, Kuriositäten und Raritäten präsentiert. Streifen Sie mit aufmerksamem Blick durch eine Ausstellung, bis Sie einen Gegenstand entdecken, der Ihre Aufmerksamkeit besonders fesselt. Vielleicht ist es eine bemalte Dose aus der Lackwarenmanufaktur Stobwasser, eine Mokkatasse aus Fürstenberger Porzellan, eine Taschenuhr oder ein Haushaltsgerät. Betrachten Sie das Stück genau, machen Sie sich Notizen über Aussehen und Beschaffenheit, lesen Sie die Erläuterungen dazu und lassen Sie dann Ihre Gedanken in die Vergangenheit schweifen. Wer mag das Ding hergestellt haben? Wer mag es genutzt haben? Welches Geheimnis barg es? Wie ist es ins Museum gekommen? Fällt Ihnen eine Geschichte ein, in der der Gegenstand eine Rolle spielt? Oder erzählt der Gegenstand Ihnen selbst von seinen Erlebnissen? Schreiben Sie auf, was Sie erfahren.

Was es sonst noch zu entdecken gibt

Eine spannende Zeitreise bietet neben Museumsbesuch und historischem Stadtrundgang insbesondere eine Erlebnisführung mit einer historischen Gestalt im Kostüm. Luise, eine einfache Frau aus dem Volk, ein Nachtwächter oder der Hofmedikus vermitteln Ihnen ein anschauliches und authentisches Bild vom früheren Leben in der Stadt. Wer nach literarischen Spuren sucht, sollte auch über den zauberhaften alten Magnifriedhof schlendern, wo neben Gotthold Ephraim Lessing weitere Brauschweiger Schriftsteller und bedeutende Verleger begraben liegen. Im Haus gleich hinter dem Friedhof wohnte der Schriftsteller Wilhelm Raabe, der als wichtiger Vertreter des poetischen Realismus gilt. Hier sind heute das Raabe-Museum und ein Literaturzentrum untergebracht. Auch an Friedrich Gerstäcker erinnert ein eigenes kleines Museum. Im Unterschied zu Karl May erkundete Gerstäcker tatsächlich den »Wilden Westen«, war außerdem in Australien und der Südsee unterwegs. Zurück in Braunschweig verarbeitete er seine Erlebnisse und Beobachtungen in Abenteuerromanen und Reiseberichten.
Das alte Opernhaus am Hagenmarkt, in dem 1772 Lessings »Emilia Galotti« uraufgeführt wurde, existiert nicht mehr, doch auch auf dem Spielplan des Staatstheaters stehen interessante Inszenierungen klassischer wie moderner Stücke, die oft auch überregional Beachtung finden.
www.braunschweig.de; www.gerstaecker-museum.de

Welche Lektüre zum Ort passt

  • Braunschweiger Lesebuch. Hrsg. von Karin Tantow-Jung. Hildesheim: Edition Kemenate 2008
  • Dieter Diestelmann: Kleine Braunschweiger Stadtgeschichte. Regensburg: Pustet 2010
  • Isa Schikorsky: Abt Jerusalem und die Hohe Schule des Todes. Historischer Braunschweigkrimi. Leer: Leda 2009 (top)